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Der folgende Text “Merkmale der Jenaplan-Schule” (1947) ergibt sich aus einem Skript von Prof. Dr. Theo Klaßen: Diese Merkmalbeschreibung muss als ein historisches Dokument betrachtet werden, dass jedoch noch heute allgemeinen jenaplanpädagogischen Wert besitzt. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass die aktuellen Basisprinzipien Jenaplan und die Qualitätskriterien von Jenaplan 21 mittlerweile auf einer jahrzehntelangen, vor allem niederländischen, weiterführen Kompetenzentwicklungsarbeit aufbauen und weiterführende Gedanken zu den Themen Mensch, Schule und Zusammenleben darstellen. (J. Menne, 2006)
Die Schule ist eine Lebensstätte des Kindes (gegen die Unterrichtsanstalt)
Die Räume der Schule werden als Schulwohnstuben eingerichtet (gegen die Belehrungszellen)
An die Stelle der Jahrgangsklasse setzt der Jenaplan die Stammgruppe, d.h. eine Gemeinschaft von jeweils drei Jahrgängen:
Untergruppe 1. - 3. Schuljahr
Untergruppe 4. - 6. Schuljahr
Untergruppe 7. - 9. Schuljahr
Die Woche wird durch den rhythmischen Wochenplan gegliedert (gegen den “Fetzen-Stundenplan” und starre Zeittakte)
Es gibt eine Vielfalt von Kursen (gegen die Einfalt des lehrerzentrierten Standardunterrichts)
Im Kernunterricht werden fächerübergreifend Themen in Epochen und Projekten bearbeitet (gegen “Häppchen-Methodik”)
Die Gruppenarbeit ist ein entscheidendes Merkmal des Jenaplanes (gegen konkurrenzbezogene Individual-Arbeit)
Die Bildungsgrundformen Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier; Anschauung, Empfindung, Wahrnehmung, Überlegen usw. sind die Elemente des gemeinschaftlichen Schullebens und des entdeckenden Lernens
Unter diesen Voraussetzungen ist jede Jenaplanschule auch eine Schule des Schweigens und der Stille
Es werden (nach Möglichkeit) keine Noten gegeben, wohl aber Berichte. Es gibt keine mechanische Versetzung, kein Sitzenbleiben.
Die Schule ist eine Schulgemeinde von Lehrern, Kindern und Eltern und Menschen, die im Viertel leben
Alles nur Mögliche wird im Kreis besprochen
Die Woche beginnt und endet mit einer Feier. Die Feier rhythmisiert das Schulleben und fördert das Gemeinschaftsgefühl. Sie schenkt den Kindern Öffentlichkeit
Alles was erarbeitet wird, wird präsentiert. In Jena hieß diese Form “Pädagogische Rückschau”. Alles, was ein Kind erarbeitet, allein oder mit anderen, stellt es anderen zur Einsicht zur Verfügung. In einigen Jenaplanschulen haben die Kinder ein Lebensheft
Das gegenseitige Helfen ist wie Patenschaft ein Kennzeichen der Jenaplan-Schule
Die Jenaplan-Schule steht unter dem Gesetz der Ehrfurcht vor dem Leben.
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